"Der erste Eindruck - Klamotten und Körpersprache"

Wenn wir im Alltag auf fremde Menschen treffen, egal ob im Beruf oder in der Freizeit, spielen Gefühle in uns, die spontan erweckt werden, immer eine gewichtige Rolle in Bezug auf die Qualität von zwischenmenschlichen Beziehungen. Sympathie, Abneigung oder Desinteresse entsteht bereits beim ersten Blickkontakt. Darüber hinaus bringen wir unbekannten Personen immer auch gewichtige Vorurteile entgegen, positive wie negative, je nachdem. Grundlage von Vorurteilen ist das Erscheinungsbild sowie die Körpersprache, aber interessanterweise auch Erfahrungen mit Menschen aus der Vergangenheit, an die wir durch einen aktuellen Flirtpartner erinnert werden. Du kennst zum Beispiel sicherlich das Phänomen, dass man bestimmte Typen von Beginn an überhaupt nicht abhaben kann. Intuitiv stößt dich irgendwas ab, du weißt nicht was. Eines Tages jedoch kommt die Erkenntnis aus heiterem Himmel: Er/sie erinnert mich an diesen oder jenen Typen von früher. Das heißt, wir finden manchmal auch Mitmenschen unsympathisch, weil sie uns an Personen erinnern, mit denen wir keine guten Erfahrungen gemacht haben. Wir müssen uns aber dabei, also beim In-die-falsche-Schublade-stecken, ertappen und zurückpfeifen. Denn mein Gegenüber kann herzlich wenig dafür, dass es so aussieht, wie es aussieht, nicht?

Merke dir: Attraktive Menschen, die einen hohen gesellschaftlichen Rang repräsentieren, werden im Allgemeinen in die „richtigen Schubladen“ gesteckt, vorteilhaft eingeschätzt. Ein Banker zum Beispiel wird allgemein als seriös, verlässlich und vernünftig charakterisiert. Ob Vorurteile auch tatsächlich stimmen, das steht auf einem anderen Blatt. Wichtig ist und bleibt beim Kennenlernen aber letztendlich der berühmte „erste Eindruck“. Daher besteht auch das Sprichwort: Du bekommst niemals eine zweite Chance, um einen ersten guten Eindruck zu machen. Das Phänomen, Menschen, die man nicht einmal kennt, mit bestimmten Charaktereigenschaften in Verbindung zu bringen, nennt man Halo-Effekt.

Das, was bisher gesagt wurde, gilt natürlich auch für Flirts mit Unbekannten. Die hier wichtige Frage für den männlichen Flirtliebhaber lautet: Kann ich mich so darstellen, dass ich von den meisten Frauen als anziehend und sexy eingeschätzt werde? Kurzgesagt ja.

Frauen interessieren sich nach evolutionstheoretischen Erkenntnissen für Männer, die (1.) ein gepflegtes Äußeres offenbaren, (2.) Statussymbole besitzen, (3.) selbstsicher auftreten, (4.) extrovertiert sind, (5.) einen sportlichen Körper haben, (6.) sich allgemein „maskulin“ verhalten.

Also, lieber männlicher Leser, arbeite an einigen der hier genannten Punkte. Natürlich ist es auch wichtig, nicht zu Übertreiben beim Ausstrahlen von „Männlichkeit“; ansonsten meint die Angebetete, du bist ein Mann „in Reinform“, der überhaupt keine Anzeichen von femininen Seiten hat. Solch eine Einschätzung wäre geradezu schlecht, wenn sie mehr will. Gerade in einer Beziehung muss das männliche Geschlecht mehr sein als „nur“ ein Mann. Beim Kennenlernen, und das ist wissenschaftlich bewiesen, zählen nichtsdestotrotz die klaren Rollenverteilungen: Das männliche Geschlecht muss das typische Mann-Sein repräsentieren, die Frau spielt die typische Frau.

Dass das weibliche Geschlecht sich besonders von den oben genannten Äußerlichkeiten begeistern lässt, ist kein Zufall. Gesellschaftlich erfolgreiche, sportliche, extrovertierte und selbstsichere, ehrgeizige Männer vermitteln alle wichtigen Qualitäten eines zukünftigen Vaters, Versorgers und Beschützers.

Ein positiver Halo-Effekt lässt sich durch einige der oben genannten Äußerlichkeiten am ehesten provozieren. Genauer gesagt, Frauen bewerten Männer mit Versorgerqualitäten häufig als attraktiv und damit als anziehend. Und weil wir alle dazu neigen, das Äußere eines Mitmenschen auch auf sein Inneres zu beziehen, gilt: „Wer schön ist, der ist auch (charakterlich) gut!“ Seltsam, aber menschlich. Daher sagt auch der Philosoph Arthur Schopenhauer: „Schönheit ist ein offener Empfehlungsbrief, der die Herzen zum voraus gewinnt.“

Viel Spaß beim Tuning!